Differentielle Psychologie - Persönlichkeitstheorien

Glossar


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Abwehrmechanismus

Wenn das Ich befürchten muss, von einem mächtigen Triebimpuls aus dem Es, dem Über-Ich oder einer realen Bedrohung überflutet zu werden, kann es diesen Triebimpuls abwehren, indem ihm der Zugang ins Bewusstsein verwehrt wird. Nach Freud weisen Abwehrmechanismen zwei typische Merkmale auf: Sie leugnen, verfälschen oder verzerren die Realität und sie laufen unbewusst ab.

Antwortstile

Methodisches Problem bei der Selbstbeschreibung durch Fragebogen, wenn Personen beispielsweise dazu neigen, generell Extremwerte auf der Antwortskala zu vermeiden, mittlere oder „neutrale“ Werte zu bevorzugen oder Fragen generell eher mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten.

Arousal

Ein von Eysenck verwendeter Begriff für kortikale Erregung.

Aufsteigendes retikuläres Aktivierungssystem (ARAS)

Komplexes neuronales Netzwerk, das sich vom Hirnstamm zum Mesencephalon erstreckt.

Behaviorismus

Aus behavioristischer Sicht ist Psychologie eine streng experimentell ausgerichtete Disziplin der Naturwissenschaften. Persönlichkeit wird als die Summe der Gewohnheiten betrachtet, die ein Mensch insbesondere in seiner frühen Kindheit, aber auch im späteren Leben, ausbildet.

Bindungsstil

Muster an Erwartungen, Emotionen und Verhaltensweisen, das aus den Bindungserfahrungen einer Person resultiert. Nach Bowlby beeinflussen die Interaktionen mit Bindungspersonen in Kindheit und Jugend langfristig die Persönlichkeitsentwicklung, indem sich „attachment working models“ herausbilden. Diese beinhalten mentale Repräsentationen der Bindungspersonen und der eigenen Person und bilden die Grundlage für Erwartungen an soziale Beziehungen und die eigene Bewältigungskompetenz.

Bindungstheorie

Eine von John Bowlby in Zusammenarbeit mit Mary Ainsworth entwickelte Theorie, in der sich Psychoanalyse, Verhaltensbiologie und evolutionsbiologische Perspektiven verbinden. Dieser Theorie zufolge ist Menschen ein Bindungssystem angeboren, das sie dazu motiviert, in kritischen Situationen die Nähe von für sie signifikanten Bezugspersonen (attachment figures) zu suchen und so Schutz und Sicherheit zu erhalten. Interindividuelle Unterschiede in der Funktion des Bindungssystems entwickeln sich in Abhängigkeit davon, wie sich enge Bezugspersonen in kritischen Situationen verhalten.

Charakter

Ursprünglich aus dem Griechischen, wo es einen Prägestempel für Münzen bzw. die Prägung selbst bezeichnete. Übertragen auf den Menschen, kann Charakter als ein individuelles Erkennungsmerkmal einer Person betrachtet werden.

Choleriker

Temperamentstyp, der zu Jähzorn und leichtem Aufbrausen neigt.

Differentielle Psychologie

Teilgebiet der Psychologie, das sich mit interindividuellen Unterschieden im Erleben und Verhalten beschäftigt. Von William Stern (1911) als eigenständige psychologische Disziplin konzipiert. Stern unterschied vier Teilgebiete der Differentiellen Psychologie, zwei nomothetische und zwei idiografische. Die beiden nomothetischen Ansätze gehen von Gruppen von Personen aus und untersuchen entweder die Verteilung eines Merkmals in einer Gruppe (Variationsforschung) oder den Zusammenhang zwischen Merkmalen (Kovariationsforschung). Die idiografischen Ansätze gehen von einzelnen Personen aus, entweder in Form der Psychographie (möglichst umfassende Beschreibung einer einzelnen Person) oder in Form der Komparationsforschung (Vergleich zwischen mehreren Psychogrammen).

Dopamin

Neurotransmitter (Botenstoff) aus der Gruppe der Katecholamine.

Eigenschaften

Eigenschaften beschreiben eine Klasse von funktional äquivalenten Verhaltens- und Erlebensweisen, die von einer Person relativ beständig gezeigt werden, und zwar über die Zeit hinweg (Stabilität) und über unterschiedliche Situationen hinweg (Konsistenz).

Eigenschaftstheorien

Eigenschaftstheorien gehen davon aus, dass sich die Persönlichkeit eines Menschen durch seine Ausprägung in Eigenschaften (Persönlichkeitsmerkmale, Dispositionen oder „Traits“) kennzeichnen lässt. Sie unterscheiden sich darin, von welchen und wie vielen Eigenschaften sie ausgehen, und welche Ursachen sie für die Stabilität und Konsistenz des Verhaltens annehmen.

Empirisches Selbst

James (1890) hat unterschieden zwischen dem empirischen Selbst oder dem „me“, das Gegenstand der Selbstdefinition ist, und dem „I“ oder „pure Ego“, das die Selbstdefinition vornimmt. Das empirische Selbst umfasst materielle, soziale und mentale Aspekte und ist James zufolge Gegenstand der empirischen Psychologie; das „I“, d. h. die Tatsache des selbstreflexiven Bewusstseins als solche, verweist er in den Bereich der metaphysischen Spekulation.

Ergebniserwartungen

Erwartungen im Hinblick darauf, mit welchen Konsequenzen ein bestimmtes Verhalten verbunden ist. Nach Bandura können sich Ergebniserwartungen auf körperlich-physische und soziale Folgen sowie auf Folgen für die Selbstbewertung einer Person richten.

Es

Nach Freud Ursprung der Triebe und Reservoir der psychischen Energie. Die Prozesse im Es sind dem Bewusstsein nicht zugänglich, was Freud zu der Annahme veranlasste, dass das menschliche Verhalten überwiegend durch unbewusste Triebimpulse kontrolliert werde.

Existenzialismus

Das Leitmotiv der existenzialistischen Sichtweise stellen grundlegende Fragen des menschlichen Daseins und die Bedeutung des Individuums dar. Im Mittelpunkt stehen der Mensch als Person sowie menschliche Werte.

Faktorenanalyse

Mathematisches Verfahren zur Identifikation von grundlegenden Dimensionen (z. B. Eigenschaften), die einer größeren Zahl von Variablen zugrunde liegen. Geht aus von den Interkorrelationen zwischen einzelnen Variablen (z. B. Fragebogenitems), die an einer Stichprobe von Personen erfasst werden.

Fragebogen

Auf Selbsteinschätzung beruhendes Standardverfahren zur Erfassung von Eigenschaften, bei dem eine Person angibt, in welchem Ausmaß bestimmte Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken, Erwartungen oder Einstellungen auf sie zutreffen, die als Indikatoren für eine Eigenschaft aufgeführt werden. Fragebogen liegen sowohl für die Erfassung einzelner Persönlichkeitsmerkmale als auch für eine umfassende Beschreibung der Persönlichkeit vor.

Fremdeinschätzungen

Einschätzung des Verhaltens oder der Persönlichkeit einer Person durch Dritte, entweder auf der Grundlage von Fragebogen oder von Verhaltensbeobachtung.

 

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