Sozialpsychologie – Individuum und soziale Welt

Fragen zum 1. Kapitel


Frage 1

Welche Strategien zum Selbstwertschutz und zur Selbstwerterhöhung gibt es?


Antwort zu Frage 1

•Self-serving bias: eigene Erfolge intern, eigene Misserfolge extern attribuieren.

• Selektive Informationssuche: aktive Suche nach selbstwertdienlichen Informationen über die eigene Person.

• Self-handicapping: hinderliche Umstände für die eigene Leistungserbringung erzeugen/betonen.

• Sandbagging: vor Leistungssituationen die eigenen Möglichkeiten herunterspielen.

• Above average effect: eigene Fähigkeiten als überdurchschnittlich wahrnehmen.

• False consensus effect: die Annahme, verbreitete und akzeptierte Meinungen zu besitzen.

• Downward comparison: Auswahl von Vergleichspersonen, die schlechter abschneiden als man selbst.



Frage 2

Welches sind die Unterschiede zwischen Selbstwertschutztheorie und Selbstkonsistenztheorie?


Antwort zu Frage 2

Innerhalb der Theorie des Selbstwertschutzes und der Selbstwerterhöhung wird angenommen, dass Personen bestrebt sind, ihren Selbstwert zu schützen bzw. zu erhöhen. Durch dieses Motiv werden Informationen im Lichte eines positiven Selbstwertes verzerrt verarbeitet: wie ein Immunsystem wird das Selbst vor bedrohlichen Informationen geschützt. Hingegen lautet die zentrale Annahme der Selbstkonsistenztheorie, dass Personen motiviert sind, ihr Bild über sich zu bestätigen, auch wenn es negativ ist.



Frage 3

Welche Effekte hat eine erhöhte objektive Selbstaufmerksamkeit?


Antwort zu Frage 3

• Objektive Selbstaufmerksamkeit steigert das Bewusstsein über und damit die Intensität selbstbezogener Einstellungen, Reaktionen und Affekte.

• Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt das Bewusstsein über Diskrepanzen zwischen idealem und realem Selbst.

• Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt die Motivation Selbst-Standard-Diskrepanzen zu reduzieren.

• Geringe Erfolgserwartung bzgl. der Reduktion einer aversiven Diskrepanz führt zur Vermeidung von objektiver Selbstaufmerksamkeit.



Frage 4

Welche Dimensionen werden bei Taxonomien der Selbstdarstellungsformen unterschieden?


Antwort zu Frage 4

• Tedeschi und Kollegen (1984) unterscheiden in ihrer Taxonomie kurzfristige bzw. situationsspezifische von langfristigen bzw. situationsunspezifischen Formen der Selbstdarstellung. Des Weiteren differenzieren sie assertive und defensive Formen der Selbstdarstellung, d.h. solche, die einen guten Eindruck erzeugen sollen von solchen, die einen schlechten Eindruck vermeiden sollen.

• Cialdini und Kollegen (1980) unterscheiden direkte von indirekten Formen der Selbstdarstellung, d.h. solche, bei denen zum Zweck der Selbstdarstellung Informationen über die eigene Person präsentiert werden, von solchen, bei denen zum selben Zweck Informationen über Dritte präsentiert werden, mit denen die Person in positiver oder negativer Verbindung steht.



Frage 5

Wie wirkt sich eine hohe vs. geringe Selbstwirksamkeit auf das Verhalten von Personen aus?


Antwort zu Frage 5

Die Ausprägung der Selbstwirksamkeit ist entscheidend dafür, ob Personen Handlungen initiieren, d. h. sie beeinflusst die Wahl von Handlungsalternativen. Ist eine Person überzeugt, eine hohe Selbstwirksamkeit in einem bestimmten Verhaltensbereich zu besitzen (z.B. für das Erlernen einer neuen Sprache), dann wird sie dieses Verhalten auch ausführen. Glaubt sie jedoch, keine Selbstwirksamkeit zu besitzen, wird sie auch das Verhalten nicht ausführen. Wurden Handlungen initiiert, beeinflusst das Ausmaß an Selbstwirksamkeit auch, wie viel Anstrengung aufgebracht und wie lange die Handlung gegenüber Widerständen aufrechterhalten wird (Bandura, 1977). Dies bedeutet, dass Menschen mit niedriger Selbstwirksamkeit bei Misserfolgen schneller aufgeben, wohingegen solche mit hoher Selbstwirksamkeit sich höhere Ziele stecken, sich von Misserfolgen weniger schnell entmutigen lassen und daher mit größerer Wahrscheinlichkeit tatsächlich erfolgreich sind (Cervone & Peake, 1986; Litt, 1988).



Frage 6

Unter welchen Umständen fällt es Menschen schwer, ihr Verhalten zu regulieren (z.B. eine Diät zu befolgen)? Wie kann dies erklärt werden?


Antwort zu Frage 6

Die Verfolgung bestimmter Ziele, wie das Erreichen einer Gewichtsreduktion, erfordert ein hohes Maß an Selbstregulation. Ist diese Ressource bereits aufgebraucht, dann hat dies zur Folge, dass sie zunächst eine Zeitlang nicht zur Verfügung steht. Als Folge können Verhaltensweisen nicht mehr reguliert werden. In diesem Zustand kann eine Person Süßigkeiten und Fastfood nicht mehr widerstehen. Nach einer Erholungspause ist es der Person wieder möglich, ihr eigenes Verhalten zu regulieren und daher durch entsprechenden Verzicht beim Essen das Ziel der Diät verfolgen.



 

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