Versuchsplanung und experimentelles Praktikum

Glossar


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a (alpha)-Fehlerwahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit, die Nullhypothese beim statistischen Testen irrtümlich abzulehnen, d.h., einen Stichprobenkennwert zu erhalten, der im Ablehnungsbereich der Nullhypothese liegt, obwohl sie zutrifft.

A-priori-Poweranalyse

Verfahren zur Bestimmung der benötigten Stichprobengröße N, um mit festgesetzten alpha- und beta-Fehlerwahrscheinlichkeiten eine vorher festgesetzte Mindesteffektgröße zu entdecken, wenn die Alternativhypothese zutrifft.

Abhängige Variable (AV)

Die laut der zu prüfenden Hypothese von anderen (unabhängigen) Variablen beeinflusste Größe.

Artefakt

Ein aufgrund von Störvariablen und intern invaliden Untersuchungen zustande gekommenes "künstliches" (= artifizielles) Untersuchungsergebnis.

Ausbalancierung

Methoden des Ausbalancierens sorgen dafür, dass spezifische Kombinationen aus Untersuchungsmaterial und Treatment bzw. Treatmentreihenfolgen in Messwiederholungsplänen gleich häufig vorkommen, um Konfundierungen von Reihenfolge bzw. Material und UV auszuschließen.

b (beta)-Fehlerwahrscheinlichkeit

Wahrscheinlichkeit, eine definierte Alternativhypothese beim statistischen Hypothesentesten fälschlicherweise nicht anzunehmen, d.h. einen Stichprobenkennwert im Annahmebereich der Nullhypothese zu erhalten, obwohl die Alternativhypothese zutrifft.

Behandlungsfaktor

siehe Treatmentfaktor

Blindstudie

Ein Experiment, bei dem die Versuchsleiter und Beurteiler nicht wissen, in welcher Versuchsbedingung die Versuchspersonen sind. In einer Doppelblindstudie wissen auch die Vpn nicht, in welcher Versuchsbedingung sie sind. Das ist der Normalfall. So werden Beurteilungsfehler aufgrund der Kenntnis der Hypothese vermieden.

Blockfaktor

Durch Parallelisierung entstehende homogene Subgruppen von Vpn. Durch Einbeziehen eines mit der AV korrelierten Blockfaktors als Kovariate in der Datenanalyse wird die Power zur Entdeckung von UV-Effekten erhöht.

Bodeneffekt

Die Messungen der AV fallen in allen Versuchsbedingungen sehr gering aus, so dass Unterschiede nicht feststellbar sind. Beispielsweise wurde eine Aufgabe so schwer gewählt, dass fast niemand sie löst und ein förderliches Treatment nicht ausreichte.

Carry-over-Effekt

In Messwiederholungsplänen Effekte der Vp-Reaktion in einem Treatment auf ihre Reaktionen in weiteren Treatments. Kann durch Ausbalancierung der Reihenfolgen und späterer Analyse der Interaktion zwischen UV und Reihenfolge entdeckt werden.

Deckeneffekt

Die Messungen der AV fallen in allen Versuchsbedingungen sehr hoch aus, so dass Unterschiede nicht feststellbar sind. Beispielsweise wurde eine Aufgabe so leicht gewählt, dass fast jeder sie löst und ein förderliches Treatment keine zusätzliche Verbesserung bringen kann.

Deduktiv-nomologische Erklärung

Nach dem sogenannten Hempel-Oppenheim-Schema der wissenschaftlichen Erklärung, ist ein Sachverhalt S dann wissenschaftlich erklärt, wenn er aus den vorliegenden Antezedenzbedingungen A und mindestens einem allgemeinen Gesetz G logisch hergeleitet werden kann. Das wissenschaftliche Gesetz G muss gut bewährt und darf nicht falsifiziert sein.

Deduktivismus (Deduktivistische Methodologie)

Methodologische Grundauffassung, nach der Theorien und Hypothesen am Anfang stehen, aus denen Vorhersagen für empirische Untersuchungen logisch hergeleitet (deduziert) werden. Die Hypothese kann sich in der Untersuchung bewähren oder nicht. Der Deduktivismus versucht, Verallgemeinerungen (induktive Schlüsse) zu vermeiden.

Demand Characteristics

Hinweise in der Situation, die der Vp bestimmte Verhaltensweisen oder Hypothesen über den Zweck des Experiments nahe legen und das Versuchsergebnis verfälschen können.

Disordinale Wechselwirkung

Der Effekt einer UV1 auf die AV wird durch eine zweite UV2 nicht nur im Betrag, sondern auch in der Richtung geändert. Beispiel: Ein Förderprogramm ist für Mädchen hilfreich, für Jungen dagegen schädlich. Hier ist das Geschlecht eine Moderatorvariable des Effekts der UV1.

Doppelblindstudie

siehe Blindstudie

Effektstärke

Ein Maß für die Stärke des Einflusses einer unabhängigen auf eine abhängige Variable, das unter anderem für die exakte Formulierung der Alternativhypothese in Teststärkeanalysen gebraucht wird. Je nach verwendetem statistischen Verfahren bzw. Skalenniveau der beteiligten Variablen gibt es unterschiedliche Quantifizierungen der Effektstärke.

Eichstichprobe

Für die Zielpopulation repräsentative Stichprobe, die zur Normierung von Testverfahren herangezogen wird.

Empirie

Sammelbezeichnung für die Erkenntnisquellen der Wissenschaft, die auf Beobachtung im weitesten Sinne beruhen.

 

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