1948-1949

1949


Nachdem die Psychologische Rundschau konzipiert war und das Manuskript für das erste Heft vorlag, ging es darum, einen Verlag zu finden. Die ursprüngliche Zusage eines Verlages wurde wegen des wirtschaftlichen Risikos nicht eingehalten. Die Suche nach einem anderen Verlag blieb trotz großer Bemühungen erfolglos, sodass Carl Jürgen Hogrefe nichts anderes übrigblieb, als das Projekt aufzugeben oder das Risiko des Verlegens selber zu übernehmen.

 

Unter heute kaum noch vorstellbar schwierigen Umständen entstand das erste Heft der Psychologischen Rundschau, das am 1. Oktober 1949 erschien.

 

Nicht nur die Genehmigung für die Psychologische Rundschau selbst, sondern auch die Beschaffung des Papiers musste in Hannover bei der englischen Militärregierung eingeholt werden. Der für die Universität der britischen Besatzungszone zuständige Verantwortliche war glücklicherweise ein der Psychologie sehr gewogener Oberst Atkin Davis.

 

Wie sollten nun aber die Abonnenten gewonnen werden? Die Studentin Gisela Bachmann, spätere Frau Hogrefe, schrieb per Hand unter Mithilfe einer weiteren Studentin 30.000 Adressen (Psychologen, Ärzte, Pädagogen, Juristen usw.), die Carl Jürgen Hogrefe mühevoll, mit vielen notwendigen Erklärungen, beim niedersächsischen Kultusministerium und verschiedenen Verbänden besorgte. Die Resonanz nach Erscheinen des ersten Heftes war so gut, dass schon recht bald mehr als 700 Abonnenten gewonnen werden konnten. Mit dem Oktoberheft der Psychologischen Rundschau wurde ganz unbeabsichtigt der Grundstein für die Entwicklung eines Verlages für die Psychologen gelegt.


1948


Vom 26. bis 29.September 1948 fand der erste Nachkriegskongress der DGPs (Deutsche Gesellschaft für Psychologie) statt. Als Kongressort wurde Göttingen gewählt, da das dortige Institut das erste wieder voll arbeitende nach Kriegsende war. Der Gastgeber des Kongresses war Prof. Dr. Johannes von Allesch, der die Organisation in die Hände seines Assistenten Carl Jürgen Hogrefe legte. Neben der wissenschaftlichen Standortbestimmung wurde als wesentliche Aufgabe gesehen, die Wissenschaftler und Studierenden des Faches Psychologie aus den vier Besatzungszonen zu einem ersten Kontakt nach dem Krieg wieder zusammenzurufen.

 

Das Echo war über alle Erwartungen groß. Da die Bahn- und Straßenverbindungen zwischen den Besatzungszonen noch sehr gestört waren, wurden die Anreisenden teilweise mit einem gecharterten, holzgasangetriebenen Bus von den Sektorengrenzen abgeholt. Die Teilnehmerzahl lag, einschließlich der Göttinger Kongressbesucher, über 1.000. Beklagt wurde während der Kongresstage die mangelnde Kommunikationsmöglichkeit zwischen den Instituten in Deutschland. Selbst das Telefonieren war kaum möglich und limitiert. Ein angemeldetes Gespräch erhielt man möglicherweise erst am nächsten Tag oder auch gar nicht. Auf diesem Hintergrund entstand die Idee der Psychologischen Rundschau, deren praktische Gestaltung der erste Herausgeber von Allesch wiederum in die Hände seines Assistenten Carl Jürgen Hogrefe legte. Namhafte Mitwirkende waren unter anderem die Ordinarien Lersch, Gottschaldt, Metzger, Heiß, Kroh, Sander, Rudert. Auch Rohracher aus Wien konnte gewonnen werden.


 

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