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1. Göttinger Gespräche 2002
Thema: Lese-Rechtschreibschwierigkeiten
am 21. März 2002 in Göttingen
Legasthenie wächst sich nicht aus. Diese mittlerweile gut gesicherte Erkenntnis stand im Mittelpunkt der ersten „Göttinger Gespräche“, die am Donnerstag in der ehemaligen Pädagogischen Hochschule stattfanden. Etwa 200 Lehrer, Schulpsychologen, Schulleiter sowie Ministerialräte und Referenten der Kultusministerien nahmen an der Diskussions- und Informationsveranstaltung zum Thema „Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten: Aktuelle Entwicklungen in der Früh-, Förder- und Differentialdiagnostik“ teil, das nicht zuletzt durch die PISA-Studie an Aktualität gewonnen hat.
Eingeladen hatten die Professoren Hasselhorn, Marx und Schneider, die Herausgeber der im Hogrefe-Verlag erscheinenden Reihe „Deutsche Schultests Beltz“, in der traditionell diagnostische Verfahren für den Schulbereich und eine Buchreihe zur pädagogisch-psychologischen Diagnostik publiziert werden.
Etwa 5-15% der insgesamt 3,55 Mio. Primarschüler wiesen massive Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) auf, so Marx in seinem Referat. Für eine effektive Frühförderung sei vor allem eine gründliche und objektive Diagnostik wichtig - selbst erfahrene Lehrer lägen mit ihrem subjektiven Urteil oft falsch.
Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurden auch die Fortschritte im Bereich der Frühförderung deutlich gemacht. Gerade im letzten Kindergartenjahr würden die Weichen in Bezug auf den Lese-Rechtschreiberwerb gestellt. Daher lägen bereits für das Vorschulalter wissenschaftlich evaluierte Förderprogramme vor.
Weitere Gespräche sind für das kommende Jahr geplant.
aus: Göttinger Tageblatt, 28.03.02
Statements der Referenten

- Prof. Dr. Mechthild Dehn, Prof. Dr. Wolfgang Schneider und Prof. Dr. Andreas Warnke





