Übersicht

4. Göttinger Gespräche 2005

Thema: Mathematikleistungen und Rechenstörungen

am 03. März 2005


Im Dezember wurden die Ergebnisse der zweiten PISA-Welle der Presse präsentiert. Schwerpunkt war diesmal die Mathematik. Die Ergebnisse fielen nicht wesentlich besser aus als zwei Jahre zuvor beim Schwerpunkt Lesen. Auch hinsichtlich der Mathematikleistungen sind Schüler in Deutschland eher als durchschnittlich einzustufen.


Die besorgte Diskussion darüber, was dieser Befund für unser Schulsystem bedeutet und wie wir unsere Schüler zu besseren mathematischen Kompetenzen führen können, hat auch eine starke Nachfrage nach diagnostischen Verfahren und individuellen Förderansätzen ausgelöst.
Doch welche Kompetenzen sind hier besonders wichtig? Wie lassen sich diese feststellen? Mit Hilfe welcher diagnostischen Informationen lässt sich eine gute Prognose über den Entwicklungsverlauf mathematischer Leistungspotentiale erzielen? Welche diagnostischen Möglichkeiten haben Lehrerinnen und Lehrer, die es ihnen erlauben, ihren Unterricht an die individuellen Kompetenzen ihrer Schüler anzupassen? Wie kommt es zu Rechenstörungen, wie kann man diese diagnostizieren und wie kann man sie erfolgreich bewältigen.


Ziel der 4. Göttinger Gespräche 2005 war es, über die aktuellen Fortschritte zum Thema „Mathematikleistungen, -kompetenzen und –schwächen in der Schule“ zu informieren und zu diskutieren, welche Diagnose- und Interventionsmöglichkeiten sich aus psychologischer, pädagogischer und medizinischer Sicht anbieten.


Statements der Referenten

Wieder konnten namhafte Referenten für Vorträge gewonnen werden. Für Zusammenfassungen bzw. Begleitmaterialien zu den jeweils halbstündigen Vorträgen klicken Sie bitte unter "Download"

Prof. Dr. Marcus Hasselhorn, Göttingen; Prof. Dr. Bernd Wollring, Kassel und PD Dr. Michael von Aster, Zürich ("Entstehungsbedingungen und Früherkennung von Dyskalkulie")

Download


Auf großes Interesse stieß der von den Autoren Thorsten Roick und Dietmar Gölitz angebotene Workshop zur Anwendung, Durchführung, Auswertung und Interpretation der Verfahren aus der Reihe DEMAT – Deutsche Mathematiktests, an dem etwa 150 Personen teilnahmen.

Workshop-Infos (PDF-Datei)


In der abschließenden Podiumsdiskussion am Nachmittag nahmen neben den Referenten Herr Dr. Jan Poerschke, Behörde für Bildung und Sport, Hamburg, und Herr Dr. Hartmut Storch, leitender Ministerialrat im Hessischen Kultusministerium, teil. Sie berichteten über Aktivitäten zu Fort- und -Weiterbildungsmaßnahmen ihres Bundeslandes sowie über Schulleistungsstudien und Schulbefragungen. Mit diesen Instrumenten soll eine Verbesserung der Früherkennung und Förderung von Kindern mit Mathematikschwäche erreicht werden.

Im Vordergrund standen neben Fragen zu den Möglichkeiten zu Früherkennung von und Förderung bei Rechenproblemen die Sinnhaftigkeit von Nachteilsausgleichen, wie es sie bei den Legasthenie-Erlassen in manchen Bundesländern gibt. Die engagierte Diskussion mit den Teilnehmern wurde über das offizielle Veranstaltungsende hinaus weitergeführt.