7. Göttinger Gespräche 2008
Thema: Rechtschreibdiagnostik
am 13. März 2008
Das Thema der diesjährigen Göttinger Gespräche war bereits Gegenstand der 1. Göttinger Gespräche im Jahre 2002, die das Thema „Lese-Rechtschreibschwierigkeiten“ behandelt haben. Für das erneute Aufgreifen dieses Themas gibt es verschiedene Gründe. Zum einen stellt Herr Hasselhorn mit Bedauern fest, dass das Thema „Rechtschreiben“ in vielen Schulverordnungen an Bedeutung verloren hat (z.B. Relevanz für die Benotung im Fach Deutsch), obwohl beispielsweise die prognostische Validität von Rechtschreibleistungen in der Grundschule für weiterführende Beschulungen und den Berufserfolg in verschiedenen Untersuchungen empirisch nachgewiesen werden konnte. Außerdem sei die Zahl der funktionalen Analphabeten in den letzten Jahren auf schätzungsweise 10% im deutschsprachigen Raum gestiegen ist. Zum anderen liegen auf dem Gebiet der Rechtschreibdiagnostik seit den 1. Göttinger Gespräche vor 6 Jahren inzwischen neue Forschungsresultate vor. Ziel der 7. Göttinger Gespräche war es daher, über neuere Trends und Entwicklungen im Bereich der Diagnostik individueller Rechtschreibleistungen bzw. -kompetenzen zu informieren und auf mögliche Konsequenzen für die Praxis hinzuweisen.
Professor Marcus Hasselhorn bedankte sich abschließend bei den Teilnehmern der Podiumsdiskussion und formulierte den Wunsch, dass die Anwesenden die ein oder andere Anregung, neue Information und den Gedanken mit nach Hause nehmen, dass die Rechtschreibung trotz der großen Betonung des Lesens ein Thema ist, das entsprechend seiner Bedeutung für die Entwicklung der Schüler und Schülerinnen berücksichtigt werden sollte.
Wieder konnten namhafte Referenten für Vorträge gewonnen werden. Bitte klicken Sie auf die PDF-Datei der Beiträge unter den folgenden Fotos

- Prof. Dr. Harald Marx ("Rechtschreibleistungen vor und nach der Rechtschreibreform"), Dr. Heiner Jansen, Dipl.-Psych. Rebekka Martinez Méndez. Herr Prof. Marcus Hasselhorn führte durch die Göttinger Gespräche
Download
Mit regem Interesse wurde der von der Autorin Frau Dr. Claudia Stock durchgeführte Workshop „Die Deutschen Rechtschreibtests für das Grundschulalter: DERET 1-2+ und DERET 3-4+“ aufgenommen. Frau Dr. Stock führte in die theoretischen Hintergründe der neuen Verfahren ein, Auswertung und Interpretation wurden an einem Fallbeispiel erläutert und geübt.
Hier finden Sie eine Flyer zu den DERET Testverfahren (PDF-Datei, 143 KB)
Workshop-Infos als PDF-Datei (630 KB)
Die abschließende Podiumsdiskussion führten die Referenten Prof. Dr. Harald Marx und Dr. Heiner Jansen, der Gastgeber Prof. Dr. Marcus Hasselhorn und Frau Ute Eckert vom Thüringer Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien. Durch kurze Statements der Diskutanten eingeleitet und im Podium diskutiert wurden folgende Fragen bzw. Punkte:
- Abgrenzung und Definition der Begriffe LRS, Leseschwäche, Rechtschreibschwäche und Lese-Rechtschreibstörung
- Inwiefern lassen sich aus den Ergebnissen aktueller Tests Hinweise auf die Gestaltung individueller Förderangebote gewinnen?
- Wann ist welche Förderung bei Rechtschreibschwäche indiziert?
- Wie verhalten sich Rechtschreibtests und prozessbezogene Beobachtungsverfahren zueinander?
- Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Rechtschreibtests in der Schule.





