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8. Göttinger Gespräche 2009

Thema: Lesekompetenz

am 17. März 2009

 

Durch die Diskussion der PISA-Ergebnisse sind in den letzten Jahren vor allem die bisweilen mangelhaften Lesekompetenzen vieler Schüler in Deutschland ins öffentliche Bewusstsein gelangt. Nach wie vor schockieren Berichte, denen zufolge ein beträchtlicher Prozentsatz von Jugendlichen nicht über Lesefertigkeiten verfügt, die für eine erfolgreiche Alltagsbewältigung notwendig scheinen. Ein Vergleich der PISA-Ergebnisse von 2001 mit denen aus dem Jahr 2006 zeigt, dass zwar eine leichte Steigerung der Lesekompetenz zu verzeichnen ist, sich aber noch immer jeder 5. Schüler auf dem niedrigsten Kompetenzniveau befindet. Ca. 4 Millionen Menschen in Deutschland ab 15 Jahren sind sog. funktionelle Analphabeten. Sie haben Schwierigkeiten, einfache Texte (z.B. Mitteilungen von Behörden) zu verstehen und können Nachrichten in Radio oder Fernsehen nur unzureichend folgen. Insgesamt ist eine Verschlechterung des Lesekompetenzniveaus nach der Schule zu beobachten.


Durch die aktuelle Brisanz des Themas sahen sich die Veranstalter der Göttinger Gespräche daher dazu veranlasst, das Thema Lesekompetenz erneut aufzugreifen. Als Konsequenz sind in den letzten Jahren zahlreiche Initiativen gestartet worden, die dafür sorgen wollen, dass Leseförderung möglichst frühzeitig einsetzt und auch im weiteren schulischen Verlauf zu günstigen Perspektiven führt. Wir wissen mittlerweile, dass vorschulische Förderung gerade bei Kindern mit Risikopotential (also bei Kindern aus bildungsfernen Schichten oder bei Kindern mit Migrationshintergrund) die Weichen dafür stellen kann, dass der Schriftspracherwerb in der Schule durchaus normal verläuft. Angesichts der Bedeutung des Lesens als der wohl wichtigsten Kulturtechnik kommt der angemessenen Förderung von Lese-Aktivitäten ein besonders hoher Stellenwert zu.


Es ist von daher kein Zufall, dass zu den achten Göttinger Gesprächen das Thema „Lesekompetenz“ vor über 200 Teilnehmern aufgegriffen und in unterschiedlichen Aspekten beleuchtet wurde. Es wurde über neue Trends und Entwicklungen im Bereich der Diagnostik individueller Lesekompetenzen informiert und es wurden Konsequenzen für die pädagogische Praxis illustriert.


Wieder konnten namhafte Referenten für Vorträge gewonnen werden. Bitte klicken Sie auf die PDF-Datei der Beiträge unter den folgenden Fotos

Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Prof. Dr. Cordula Artelt und Prof. Dr. Cornelia Rosebrock. Herr Prof. Marcus Hasselhorn führte durch die Göttinger Gespräche

Download

Prof. Dr. Wolfgang Schneider:
"Entwicklung der Lesekompetenz im Kindes- und Jugendalter" (PDF-Datei, 470 KB)
Prof. Dr. Cordula Artelt:
"Diagnostische Kompetenz von Lehrkräften" (PDF-Datei, 1.800 KB)

Prof. Dr. Cornelia Rosebrock:
"Didaktische Modellierung von Lesekompetenz"


Ein aktuelles diagnostisches Verfahren und ein noch in der Entwicklung befindliches Förderprogramm wurden im Rahmen von Workshops näher vorgestellt.

Workshop:

Förderung von Lesekompetenz und Lesemotivation (Projekt LEKOLEMO)
(PDF-Datei 1.180 KB)

Dr. Lilian Streblow

Workshop:

Diagnose der Lesekompetenz mit dem Frankfurter Leseverständnistest (FLVT 5-6)
(PDF-Datei 415 KB)

Prof. Dr. Elmar Souvignier

In guter Tradition der Göttinger Gespräche wurden zunächst im Rahmen der Podiumsdiskussion und anschließend gemeinsam mit den Teilnehmern Fragen nach den gegenwärtigen Grenzen und zukünftigen Möglichkeiten der Diagnostik und Förderung von Lesekompetenzen erörtert.

Siehe auch das Buch Diagnostik und Förderung des Leseverständnisses dazu.

Prof. Dr. Wolfgang Schneider, Prof. Dr. Cordula Artelt, Prof. Dr. Cornelia Rosebrock, Dr. Andreas Müller (Akademie für Leseförderung), Prof. Dr. Marcus Hasselhorn

 

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