Publizieren - gewusst wie!


Eine wissenschaftliche Karriere steht und fällt heute mit der Publikationstätigkeit. Es reicht nicht, gute Forschung zu betreiben, sie muss auch nachlesbar und auffindbar sein. Und dies möglichst in renommierten Fachjournals, die, was Mediziner betrifft, Medline-gelistet sind. Damit die Forschungsarbeit in einem der Wunschjournals zur Veröffentlichung angenommen wird, müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt sein. Sprache, Struktur, statistische Auswertungsart der Daten unterliegen gewissen Gepflogenheiten, deren Kenntnisse die Publikationschance drastisch erhöhen. Nehmen Sie sich genügend Zeit dafür, es lohnt sich.

Eine Publikation in einem guten Journal muss auf Englisch oder mit einem Abstract auf Englisch versehen eingereicht werden. Doch schon das Medizinstudium oder die Spezialisierung wird oft zu einem guten Teil im angelsächsischen Raum absolviert. Da sind Kenntnisse in Medizin-Englisch von Vorteil, inklusive allen dazugehörigen Abkürzungen. Wissen Sie z.B. was Anamnese auf Englisch heisst? Past medical history (PMH). Abwehrspannung? Rebound tenderness. Bejahen? To answer in the affirmative. Schub? Flare-up. Verdachtsdiagnose? Presumptive diagnosis. Typisches Kennzeichen? Hallmark. Bauchgefühl? Gut feeling. Anhand von dreißig auf Englisch geschriebenen Case Presentations aus den verschiedensten Disziplinen mit Worterklärungen finden Sie hier den typischen Jargon der englischsprachigen Medizin. Näheres dazu erfahren Sie hier.


Statistik: Sind Sie sattelfest?

Kennen Sie sich aus mit Begriffen wie Bias, Vertrauensinterwall, Signifikanz oder Kohorte? Statistische Methoden sind heute in der Medizin so weit verbreitet, dass ohne Kenntnisse der elementarsten Methoden die Wertigkeit einer Publikation nur sehr schwer beurteilt werden kann. Ganz zu schweigen von der Planung eigener Forschung für die Masterarbeit, Dissertation oder im Rahmen von Forschungsaufträgen. Die Literatur nach dem wesentlichen Aussagen zu filtern, um nachher das Forschungsziel zu formulieren und durchzuführen – dazu braucht man kein Mathematikgenie zu sein. Wichtig sind gute und leicht verständliche Anleitungen, die gezielt für medizinische Projekte ausgelegt sind. Finden Sie im Buch von Jürg Hüsler Unterstützung.


Publish or perish – publizieren oder untergehen

Ein wissenschaftliches Paper muss nicht nur inhaltlich, sondern auch formal gewisse Anforderungen erfüllen. Die geforderte Struktur ist bei vielen wissenschaftlichen Journals ähnlich. Der Artikel braucht eine Einleitung, die erklärt, welche Fragestellung untersucht wurde und warum. Er muss als zweites die Methode beinhalten, in der dargelegt wird, wie untersucht wurde. Das beinhaltet wie die Studie geplant, durchgeführt und die Daten ausgewertet wurden. Der dritte Teil „Ergebnisse“ enthält die Resultate, die herausgefunden wurden. Im vierten Teil „Diskussion“ werden die Ergebnisse in den Kontext des bereits bekannten gesetzt und interpretiert. Bestätigen die Resultate die zuvor in der Literatur beschriebenen Erkenntnisse oder stellen sie alt bewährtes infrage und welche neuen Erkenntnisse liefern sie? Auch Falldarstellungen, Reviews bzw. Übersichtsarbeiten oder Abstracts sind einer Publikation um einiges näher, wenn sie gut strukturiert sind. Unterstützung bekommen Sie hier.


Evidenzbasiert – in aller Munde

Können Sie auch mitreden? Forschungsergebnisse in der Medizin sind nur so gut, wie sie auch einen klinischen Nutzen hervorbringen. Nicht jedes statistisch signifikante Resultat ist auch klinisch relevant! Um Publikationen richtig lesen zu können, liefert die evidenzbasierte Medizin (EbM) die entscheidende Grundlage. Es beginnt mit der Suche nach einer medizinischen Publikation zu einer bestimmten klinischen Frage. Kann die gefundene Studie die Fragestellung beantworten? Welche Informationen liefern z.B. Doppelblindstudien, Kohorten- oder Crossover-Studien? Welche Studientypen es gibt, und wie man sie kritisch bewertet und richtig interpretiert, finden Sie im Buch von Trisha Greenhalgh

 

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